Mittwoch, 29. März 2017

Rezension: `Mit Müh und Not` von Kai Blum

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Spannend geht es weiter!!!


















Der dritte Teil um die deutschen Auswanderer spielt 1886 in Chicago, rund um den Haymarket Bombenanschlag.
Andreas Brenner, Mitarbeiter der deutschen Arbeiter- Zeitung, wird zusammen mit vielen anderen verhaftet, weil er während der Explosion vor Ort war.
Die Brüder Bob und Jack Hunhoff, die nun im Dakota Gebiet leben, bekommen die Nachricht von Andreas` Verhaftung und machen sich direkt auf den Weg in die Stadt, denn als ehemalige Chicagoer Polizisten haben sie vielleicht die Möglichkeit etwas zu erfahren, das Andreas helfen könnte.
Der Autor lehnt seinen Roman ganz nah an die historischen Tatsachen,  die Mitwirkenden haben sogar zum großen Teil wirklich gelebt.
Die Streiks und Forderungen der Arbeiter nach kürzerer Arbeitszeit und Mitbestimmung wurden systematisch verhindert und das Haymarket Bombenattentat war eine perfekte Gelegenheit, um die Verschwörer und Anarchisten ein für alle mal hinter Gittern zu bringen oder gar zum Tode zu verurteilen.
Wie auch mit den ersten beiden Bänden schaffte Kai Blum es erneut, mich zu begeistern. Authentisch schildert er die historischen Ereignisse und hat die fiktiven Charaktere mit ihren Erlebnissen gekonnt eingebaut. Ich fand das Buch richtig spannend, und wieder einmal wurde mir klar, wie schwierig die Anfänge waren, um kürzere Arbeitszeiten, faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Viele mutige Männer setzten sich mit ihrem Leben für den Kampf um Gerechtigkeit und ein Ende der Lohnsklaverei ein. 

Da zwischen den einzelnen Bänden immer eine große Zeitspanne liegt, hatte ich die Charaktere aus den ersten beiden nicht mehr auf dem Schirm. Also kann man auch mit dem dritten Teil anfangen, wäre allerdings schade, wenn man sich Hoffnung ist ein weites Feld  und Man erntet, was man sät entgehen lassen würde.
Als Krimi im üblichen Sinne würde ich `Mit Müh und Not` gar nicht bezeichnen, eher als vielschichtigen historischen Roman, der  mich bestens unterhalten hat.

Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung !!!

                                  


Donnerstag, 23. März 2017

Rezension: `Die Festung am Rhein` von Maria W. Peter

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Eindrucksvoller Roman rund um den Bau einer Festung!!!



















Coblenz, 1822. Der junge Halbfranzose Christian, Soldat in der preußischen Armee, wird des Verrats beschuldigt. Wichtige Unterlagen über den Bau der neuen Festung soll er gestohlen und an die Franzosen verkauft haben. Seine Schwester Franziska glaubt kein Wort davon und versucht, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Immer wieder läuft ihr dabei der preußische Leutnant Rudolph über den Weg. Es kommt so weit, dass er sie nun auch des Verrats bezichtigt.
Die Festung Ehrenbreitstein wurde 1817-1828 erbaut und thront bis heute über Rhein und Mosel.
Genau 200 Jahre später erscheint der Roman, für den die Autorin sehr genaue Recherche betrieben hat.
`Die Festung am Rhein` ist eine umfangreiche Geschichte mit liebevoll gestalteten Figuren. 
Rudolph, der typische Preuße, wie man ihn sich so vorstellt und Franziska, ein zartes, aber charakterstarkes Persönchen mit ziemlich viel Mut und Eigensinn. Die Geschichte wird mal von Rudolph und mal von Franziska erzählt, sodass der Leser verschiedene Blickwinkel kennenlernt.
Durch die Suche nach dem wahren Verräter kommen die beiden sich, trotz gegenseitigen Misstrauens, doch näher.
Eine Verbindung zwischen einem Preußen und einer Halbfranzösin war zur damaligen Zeit eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, zusätzlich gehören beide noch unterschiedlichen Konfessionen an.

Sollte ein Offizier vorhaben zu heiraten, ging dies nicht ohne Einwilligung des Königs, was allerdings nur selten gestattet wurde.
Sehr interessant fand ich generell das Verhältnis der Rheinländer zu den Preußen, das die Autorin authentisch beschrieben hat.
Maria W. Peter hat die außergewöhnliche Geschichte um Franziska und Rudolph in einen wahren historischen Hintergrund eingearbeitet und eine ganze Menge Wissenswertes hineingepackt.

Herausgekommen ist ein eindrucksvoller Roman, der einem gemütliche Lesestunden beschert und  dazu noch lehrreich ist.

Am Anfang des Buches befindet sich eine Karte der Gebiete, die es dem Leser leichter macht, sich alles bildlich vorzustellen und im Anschluss wird noch einmal einiges an historischen Fakten erklärt und beschrieben.




  Ich danke dem   Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 18. März 2017

Rezension: `Nachts in meinem Haus` von Sabine Thiesler


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Muss man nicht gelesen haben!

















Während der Maler Tom seine Ehefrau Charlotte auf Dienstreise wähnt, vergnügt er sich mit der Frau seines Freundes.
Durch eine fatale Verwechslung hält er die zurückgekommene Ehefrau für einen Einbrecher und tötet sie.
Ab da beginnt eine Reihe von Missverständnissen und Fehlentscheidungen, die sich durch das ganze Buch ziehen.
 Zu Anfang gefiel mir die Story noch, doch irgendwann wurden die Handlungen völlig unrealistisch und unverständlich.
Dazu gibt es verschiedene Nebenstränge, die eigentlich völlig unwichtig sind, sozusagen die Geschichte in der Geschichte. Außerdem werden viele Fäden gesponnen, die am Ende lose herumbaumeln.
Ich weiß nicht, wieso die Ehekrise des Carabinieri so ausführlich geschildert werden musste. Auch die Erzählungen über die Clique von Tom und Charlotte fand ich eigentlich überflüssig, weil sich niemand von ihnen wirklich darum kümmerte, was passierte. Die Italienerin Lucia sollte wohl für Spannung sorgen, doch das ging leider ebenso in die Hose.
`Nachts in meinem Haus` ist total konstruiert, ich kann mir beim besten Willen und auch mit viel Fantasie nicht vorstellen, dass es wirklich so ablaufen könnte. Trotzdem habe ich weitergelesen, weil mir  der Schreibstil eigentlich gefiel und es auch nicht wirklich langweilig war. Aber leider kamen dauernd neue Klöpse, die das Ganze immer unglaubwürdiger erscheinen ließen.






   Ich danke dem Heyne Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Montag, 13. März 2017

Ausgezählt......

Puh... Die Gewinner zu ermitteln war ein Stück Arbeit....😅 Ich danke allen, die mitgemacht haben, für die vielen Kommentare hier und bei Facebook..
Nun ist es soweit!!!!! 

Je ein Exemplar von
                                    

                                                          


haben gewonnen.....

Sabine P.   Daggi   Alex W.  Jeannette H. Sandra K.H.

                   Herzlichen Glückwunsch !!!!


Bitte schickt mir eure Adresse per mail oder bei fb per PN.
Allen anderen danke ich fürs Mitmachen  und.... das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt!!😀

Vielen Dank nochmal an den www.droemer-knaur Verlag für die Bereitstellung der Gewinne.

Mittwoch, 8. März 2017

Rezension: `Die silberne Spieldose` von Mina Baites

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Eine ergreifende Familiengeschichte!!











Paul Blumenthal und seine Familie betreiben seit jeher Juweliergeschäfte in Hamburg und Lübeck.
Als es Anfang der dreißiger Jahre für Juden zu gefährlich wird in Deutschland, ziehen einige ihrer Verwandten nach Kapstadt, während Paul das Geschäft weiterführt. Genauso wie Onkel Max in Lübeck, hofft er, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wieder alles beim Alten ist. Die Bevölkerung wird sich das nicht länger gefallen lassen und irgendjemand wird Hitler Einhalt gebieten.
Leider müssen sie schon bald erfahren, dass dem nicht so ist...

`Die silberne Spieldose` erzählt eine ergreifende Familiengeschichte, die im ersten Weltkrieg beginnt und in den 1960er Jahren endet.
Ich habe schon viele Bücher zu dem Thema gelesen, aber dieses hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
Ich finde es immer wieder unfassbar, dass Freunde, mit denen man zusammen zur Schule ging und aufgewachsen ist, sich plötzlich so gegen einen wenden können, nur weil man Jude ist. Zumal man das ja schon immer war und es vorher niemanden gestört hat.
Ganz schlimm fand ich auch, dass Pauls Vater im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft hat und das Eiserne Kreuz für seine Tapferkeit erhalten hat und im zweiten Weltkrieg gelten er oder seine Familie dann plötzlich als Staatsfeinde?

Die Silberne Spieldose, die einst Pauls Vater für ihn hergestellt hat, schenkt er seiner Tochter Margarete, die sie wie einen Augapfel hütet.
Die Geschichte macht einen Zeitsprung, als die Spieldose 1965 bei der Engländerin Lilian im Nachlass ihrer Eltern auftaucht. Besteht eine Verbindung zu den Blumenthals? Lilian beginnt mit Nachforschungen....

Mina Baites hat in sehr angenehmen Stil eine authentische Familiengeschichte über mehrere Generationen geschrieben, die mich tief berührt hat.

Dieses Buch konnte man nicht einfach nach dem Lesen zur Seite legen und zu einem neuen greifen, sondern es wird mich noch einige Zeit beschäftigen.

Absolute Kaufempfehlung, zumal das eBook im Moment nur 4,99€ kostet!!!








Dienstag, 7. März 2017

Rezension: `Die Zärtlichkeit des Augenblicks` von Heike Fröhling

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 Die Zärtlichkeit des Augenblicks!!
















Nach einem Streit mit ihrem Freund entscheidet sich Kristin kurzfristig, alleine nach Schottland zu reisen. Sie steht in Verhandlungen, eine alte Geige zu kaufen und nun hat sie die Möglichkeit, eine Entscheidung wegen ihrer Beziehung aufzuschieben und gleichzeitig das Stück persönlich zu begutachten.
Der Verkäufer der Geige ist Ethan, ein älterer Mann, der seit vielen Jahren taub ist.
Irgendetwas zieht Kristin zu ihm hin und sie freunden sich an. Er zeigt ihr eine jahrelang verschollene Komposition von Mendelssohn.  Nach und nach kommt heraus, wie er an die Papiere gelangt ist, doch da steckt noch ein Geheimnis dahinter und Kristin will es auf jeden Fall herausbekommen..

Das Buch fängt gemächlich an, Kristin lässt es ruhig angehen in Schottland, sie verbringt Abende mit Ethan, wobei er ihr Vieles anvertraut.
Im letzten Drittel ändert sich der Stil etwas und es passiert eine ganze Menge in kurzer Zeit.
Die Story hat mir gefallen, auch wenn ich es manchmal etwas unrealistisch fand, dass Ethan gerade einer Fremden nun alles erzählt, worüber er jahrzehntelang geschwiegen hat. Er überlässt Kristin die Entscheidung, was sie mit der Information anfangen soll. 

`Die Zärtlichkeit des Augenblicks` ist ein Roman, der sich sehr intensiv mit dem Geigenspiel befasst. Obwohl ich völlig unmusikalisch bin und kein großes Interesse daran habe, hat mich die Geschichte gefesselt. Ich fand total spannend, wie die Autorin so intensiv über die Gefühle geschrieben hat, die man beim Geige spielen empfindet. Es muss ja eine ganz besondere Faszination davon ausgehen. 

Bis auf ein paar wenige Schwachstellen handelt es sich um einen sehr liebevoll geschriebenen Roman, der sich leicht lesen lässt.



Rezension: `Die heimliche Heilerin und die Toten` von Ellin Carsta

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Neues von Madlen !!!


















Die ersten beiden Bände um die Heilerin Madlen sind mir bereits bekannt und ich freute mich auf ein Wiederlesen mit den schon liebgewonnenen Figuren.
Madlens Leben verlief bisher nicht immer glatt und umso mehr gönnte ich ihr nun etwas Ruhe mit ihrer Familie in Köln.
Doch dann passiert etwas, das ich mir beim besten Willen nicht vorgestellt hätte, denn Madlen wird von einem schweren Schicksalsschlag getroffen und ihr Leben ändert sich von einer Minute zur anderen.
Überstürzt, ohne sich zu verabschieden, muss sie flüchten und Köln auf unbestimmte Zeit verlassen.
Mir hat gefallen, dass sie immer auf Menschen trifft, die ihr wohlgesonnen sind und so ist sie nie ganz allein.
Ich bin immer wieder fasziniert, wie damals die weiten Wege bewältigt wurden. Für eine Strecke, die man heute in einer oder mehreren Stunden problemlos schafft, wurden früher Tage, Wochen oder sogar Monate benötigt. Und diese Reisen waren alles andere als bequem.
Irgendwann ist Madlen in der Lage, an dem, was passiert ist, das Gute zu erkennen, denn sie kann endlich ihren langjährigen Traum verwirklichen und Medizin studieren.
Doch natürlich nagt an ihr, was ihr in Köln widerfahren ist. Wird sie jemals Gerechtigkeit erlangen?

Ellin Carsta hat zum dritten Mal eine spannende Geschichte um die heimliche Heilerin gewoben.
Man sollte allerdings die ersten Bände ruhig gelesen haben, um die Entwicklung und die Zusammenhänge besser zu verstehen, aber natürlich kann man auch erst jetzt einsteigen.
Bekannte Gesichter treffen wir im dritten Teil wieder,  den Erzbischof, Schwiegermutter Elisabeth und Tante Agathe.
In `Die heimliche Heilerin und der Medicus` habe ich mich immer gefragt, wieso Medicus Franz von Beyenburg  so schnell von der Bildfläche verschwunden ist, doch jetzt findet man dazu eine plausible Erklärung.

`Die heimliche Heilerin und die Toten` ist eine gelungene Mischung aus Roman und Krimi, denn auch diesmal geht es wieder darum, einen Verbrecher zu überführen und zu verurteilen.
Ellin Carsta überzeugt, wie gewohnt, mit einem flüssigen Schreibstil und sympathischen Protagonisten. Sie hält sich nicht mit ausufernden Beschreibungen oder einem `in die Länge ziehen` auf, sondern  Madlens Leben ist so ereignisreich, dass das völlig genügt.
Wieder einmal wurde klar, dass es auch in der damaligen Zeit starke Frauen gab, die ihren Weg gingen und ihre Ziele durchsetzten.
 Die lebendige und bildhafte Schreibweise macht das Lesen sehr angenehm und so wurde ich wieder bestens unterhalten.







Montag, 6. März 2017

Rezension: `Der Tod so kalt` von Luca D`Andrea



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Der Tod so kalt!!!
















Drehbuchautor Jeremiah Sahlinger überlebt einen Lawinenrutsch, doch mit den psychischen Folgen hat er zu kämpfen, denn er fühlt sich schuldig am Tode seiner Kollegen.
Den Film, der eigentlich gedreht werden sollte, muss sein Kumpel Maik fertigstellen.
Sahlinger verkriecht sich währenddessen nach Südtirol in die Heimat seiner Frau.
Durch Zufall entdeckt er, dass vor 30 Jahren in der Bletterbach- Schlucht ein Massaker stattfand, bei dem drei Menschen grausam hingerichtet wurden.  Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt und niemand zur Verantwortung gezogen.
Sahlingers journalistischer Jagdtrieb wird geweckt und er versucht zu recherchieren, doch er stößt  bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. 
 Luca D `Andreas Roman fing ziemlich vielversprechend an, doch dann folgen langatmige Passagen, unterbrochen durch völlig unrealistische Situationen und Handlungen.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, doch das Buch hätte gut und gerne 200 Seiten weniger haben können, denn so habe ich  des Öfteren quergelesen, weil es mir zu langweilig war.
 Manchmal ist es spannend, dann plätschert es wieder vor sich hin, für mich war es eher ein Roman und kein Thriller.
Viele überraschende Wendungen lockern das Ganze zwischendurch auf, doch insgesamt konnte mich das Buch nicht vom Hocker reißen.



Ich danke dem DVA Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.